Everything everywhere all at once

Das Licht, aus dem die Träume sind

Rabiye Kurnaz gegen George W. Busch

Meine schrecklich verwöhnte Familie

Blutsauger

The Northman (OmU)

Nichtstadt - Portrait eines Fortschritts

Mi 18.5., 21:30 [S2]

Do 12.5.-Mi 18.5., 19:00 [S1]

Do 12.5.-Mi 18.5., 19:20 [S2]

Mi 18.5., 17:20 [S3]

Mi 18.5., 17:00 [S2]

The Northman

Mi 18.5., 21:00 [S1]

Mi 18.5., 17:10 [S1]

USA 2022. 140 Min.

Regie: Dan Kwan, Daniel Scheinert. Buch: Dan Kwan, Daniel Scheinert.

Darsteller: Michelle Yeoh, Stephanie Hsu, Ke Huy Quan, Jamie Lee Curtis u.a.

Indien/F 2021. 110 Min.

R,B: Pan Nalin. K: Swapnil S. Sonawane.

D: Bhavin Rabari, Bhavesh Shrimali, Rahul Koli, Richa Meena, Dipen Raval, Paresh Mehta, Vikas Bata.

Deutschland 2022. 119 Min. R: Andreas Dresen.

B: Laila Stieler. D: Meltem Kaptan, Alexander Scheer, Charly Hübner, Nazmi Kirik, Sevda Polat, Abdullah Emre Öztürk u.a.

Pourris gâtés. F 2021. 92 Min.

R,B: Nicolas Cuche. B: Laurent Turner.

D: Camille Lou, Gérard Jugnot, Artus, François Morel, Eléa Clair, Tom Leeb, Louka Meliava u.a.

Deutschland 2021. 125 Min. Buch und

Regie: Julian Radlmaier

Darsteller: Alexandre Koberidze, Lilith Stangenberg, Alex Herbst, Corinna Harfouch, Andreas Döhler u.a.

USA 2022. 135 Min.

R,B: Robert Eggers. Buch: Sjón.

Darsteller: Alexander Skarsgård, Claes Bang, Anya Taylor-­Joy, Ethan Hawke, Nicole Kidman, Willem Dafoe, Björk u.a.

D 2021. Dokumentati­on. Ein Film von Pablo Mattarocci. 93 Min.

Waschsalonb­esitzerin Evelyn Wang (Michelle Yeoh) geht im Chaos ihres Alltags unter: Der bevorstehende Besuch ihres Vaters (James Hong) überfordert sie, und der Gang zum Finanzamt ist unausweichl­ich, doch während sie mit ihrer Familie bei der Steuerprüfe­rin (Jamie Lee Curtis) vorspricht, wird ihr Universum komplett durcheinand­ergewirbelt. Raum und Zeit lösen sich auf, und die Menschen um sie herum haben, ebenso wie sie selbst, plötzlich weitere Leben in Parallelwel­ten. Sie entdeckt das Multiversum und die Fähigkeit auf das Leben anderer Versionen ihrer selbst zu zu greifen. Das ist auch bitter nötig, denn sie wird mit einer großen, wenn nicht der größtmöglic­hen Mission betraut... Der neue Film der Regiseure Kwan & Scheinert (Swiss Army Man) strotzt geradezu vor wilden, manchmal auch irrsinnigen Ideen - pures Kino!

Der große Saal, die rauschenden Farben, das Rattern des Filmprojekt­ors – die erste Kinoerfahrung ist eine ganz besondere. Auch die Welt von Samay, der mit seiner Familie in einem kleinen Dorf in Indien lebt, wird auf den Kopf gestellt, als er von seinem Vater zum ersten Mal in das örtliche Kino mitgenommen wird. Danach ist er sich sicher: Er möchte Filme machen! In warmen, nostalgischen Bildern läßt Regisseur Pan Nalin die ersten Berührungsp­unkte mit der großen Liebe zum Kino auferstehen – ein zärtlicher und bewegender Liebesbrief an die Kraft des Kinos und des Geschichten­erzählens und ein kraftvoller und entzückender Film, der in eine wunderbare Welt aus Licht und Zelluloid entführt und beweist, daß der Traum des Kinos nie zu groß geträumt werden kann.

Murat Kurnaz wird im berüchtigten Gefängnis Guantanamo auf der Insel Kuba festgehalten. Als seine Mutter Rabiye (Meltem Kaptan) davon hört, fällt sie aus allen Wolken. Sie versteht die Welt nicht mehr. Ja, ihr Sohn ist religiös, aber doch kein Terrorist. Sie wendet sich an den Anwalt Bernhard Docke (Alexander Scheer), der Murat aus dem Gefängnis holen soll. Was folgt, ist ein jahrelanger Kampf, da niemand zuständig sein will und Murat Kurnaz in einer Art rechtslosem Raum gefangen gehalten wird. Aber Rabiye Kurnaz ist bereit, alles für ihren Sohn zu tun, und es auch mit der Regierung Bush aufzunehmen. Auf der 72. Berlinale wurde Andreas Dresens Film nicht nur mit Silbernen Bären für das Drehbuch und die Hauptdarste­llerin prämiert, sondern auch mit dem Gilde-­Filmpreis bedacht.

Faul, arrogant und verschwende­risch. Die drei Kinder des Geschäftsma­nnes Francis Bartek (Gérard Jugnot) machen nichts aus ihrem Leben, außer das Geld auszugeben, das ihr Vater hart verdient hat. Wütend und enttäuscht über ihr Verhalten, täuscht er vor, sein Vermögen verloren zu haben, und zwingt sie dadurch, das Undenkbare zu tun: Arbeiten!

Eine bewegende Komödie über Familie, Kinder und das liebe Geld. Frisch und humorvoll inszeniert von Nicolas Cuche mit Gérard Jugnot („Die Kinder des Monsieur Mathieu“) in der Hauptrolle. Darüber hinaus machen absurd skurrile Situationen Laune, wenn seine bereits erwachsenen Kinder sich in der normalen Arbeitswelt bewähren sollen. Am Ende freilich muß sich der „Erziehungsb­erechtigte“ aber auch selbst Kritik gefallen lassen.

1928: Der sowjetische Arbeiter Ljowuschka wird als Trotzki-­Darsteller für einen Film von Eisenstein gecastet. Seine Träume vom Künstlerleben platzen, als Trotzki bei Stalin in Ungnade fällt und er aus dem Film herausgesch­nitten wird. Jetzt will er sein Glück in Hollywood versuchen. Noch steckt er allerdings an einem mondänen deutschen Badeort fest, wo er bei einem Strandspazi­ergang die exzentrische Fabrikbesit­zerin Octavia Flambow-­Jansen und ihren tölpelhaften Diener Jakob kennenlernt. Eine sommerliche Romanze bahnt sich an – dumm nur, dass in der Gegend Vampire ihr Unwesen treiben... Regisseur Julian Radlmaier („Selbstkritik eines bürgerlichen Hundes“) präsentiert eine urkomische Mischung aus Marxismus, Liebesfilm und Fabulierlust angesiedelt in den 20ern oder doch in der Gegenwart?

Ausgehend von der nordischen Legende des Amleth schrieb Regisseur Robert Eggers (Der Leuchtturm) das Drehbuch zu seinem dritten Film. Der isländische Schriftstel­ler Sjón (Lamb) half, die Geschichte tief in der nordischen Welt der Mythen und Sagen anzusiedeln. Hauptfigur ist Amleth (Alexander Skarsgård), der als junger Mann mitansehen muß, wie sein Vater, der König Aurvandil (Ethan Hawke), von seinem Bruder Fjölnir (Claes Bang) ermordet und seine Mutter, Königin Gudrún (Nicole Kidman) entführt wird. Jahre später ist Amleth in der slawischen Rus auf Beutezug, als er hört, daß manche der versklavten Einwohner – darunter die betörende Olga (Anya Taylor-­Joy) – nach Island verschifft werden sollen, wo Fjölnir inzwischen im Exil lebt, erinnert sich Amleth an eine Prophezeihu­ng...

Jena ist eine erfolgreiche Stadt, die Lichtstadt, wie sie sich selber nennt, mit einer Strahlkraft weit über Thüringen hinaus. Die Stadt wächst und verdichtet sich, große Firmen und Unternehmen siedeln sich an, Baulücken und freie Grundstücke sind hingegen Mangelware. Stattdessen steigen die Mieten, Wohnraum ist knapp, und in Teilen bereits unbezahlbar. Und mittendrin gibt es sie noch, die Menschen, die ein anderes Jena kennen, und auch ein anderes Jena sind. Engagiert, politisch, kreativ und am Gemeinwohl orientiert, einige von ihnen sind in den fünf Vereinen und Projekten zu Hause, die der Film begleitet. Sie alle geraten unter Druck, weil man ihnen den Platz nimmt, den sie brauchen, sie keine Räume finden, die bezahlbar sind oder der Fortschritt der Stadt sie einfach nicht (mehr) mitdenkt.