Das zweite Leben des Monsieur Alain

Mo 26.8.-Mi 28.8., 17:30 [S2]

Di 3.9.-Mi 4.9., 21:20 [S2]

Sa 21.9., 15:30 [S2]

Un homme pressé. 100 Min. Frankreich 2018.

Regie: Hervé Mimran.

Darsteller: Fabrice Luchini, Leïla Behkti, Rebecca Marder, Igor Gotesman, Fatima Atoum u.a.

Alain ist ein Manager wie aus dem Bilderbuch: auf der Karrierelei­ter stetig auf der Überholspur und am Rande der körperlichen Belastbarke­it. Familie und Freunde bleiben außen vor – bis ein Schlaganfall Alain aus der Bahn wirft. In der Reha lernt Alain mit Hilfe der jungen Logopädin Jeanne wieder sprechen und trainiert sein Gedächtnis. Die beiden freunden sich sogar an. Mit Geduld und Ausdauer versucht Alain, sein Leben in den Griff zu bekommen, dabei eröffnet sich für beide ein ganz neuer Blick auf die Zukunft und einen gemeinsamen Weg. Basierend auf der Autobiografie eines französischen Konzernmana­gers inszeniert Hervé Mimran eine charmante, intelligente Komödie um Erfolgswahn und Neuanfänge - perfekt besetzt mit Fabrice Luchini!

aktuell im Programm:

Montag, 18. 11. 2019
14:00Der Tiger von EschnapurVorschau
17:00Portrait einer jungen Frau in FlammenSaal 1
17:10PJ Harvey - A dog called moneySaal 2
17:20Lieber Antoine als gar keinen ÄrgerSaal 3
19:00But BeautifulSaal 2
19:15Le Mans 66 - Gegen jede Chance (OmU)Saal 1
19:30LaraSaal 3
20:00Irfan Khan (Kalkutta) live in concertVorschau
21:15Parasite (OmU)Saal 2
21:20Joker (OmU)Saal 3
22:00Lieber Antoine als gar keinen ÄrgerSaal 1
Dienstag, 19. 11. 2019
17:00Portrait einer jungen Frau in FlammenSaal 1
17:10LaraSaal 2
17:20SystemsprengerSaal 3
19:00But BeautifulSaal 2
19:15Le Mans 66 - Gegen jede Chance (OmU)Saal 1
19:30LaraSaal 3
21:15ParasiteSaal 2
21:20Joker (OmU)Saal 3
22:00Lieber Antoine als gar keinen ÄrgerSaal 1
Mittwoch, 20. 11. 2019
17:00Portrait einer jungen Frau in FlammenSaal 1
17:10LaraSaal 2
17:20Lieber Antoine als gar keinen ÄrgerSaal 3
19:00But BeautifulSaal 2
19:15Le Mans 66 - Gegen jede Chance (OmU)Saal 1
19:30LaraSaal 3
21:15ParasiteSaal 2
21:20Joker (OmU)Saal 3
22:00PJ Harvey - A dog called moneySaal 1

demnächst:

Der Tiger von Eschnapur

Irfan Khan (Kalkutta) live in concert

Mo 18.11.-Mo 18.11., 14:00 Vorschau

Mo 18.11.-Mo 18.11., 20:00 Vorschau

Deutschland­/Indien 1938, 94 Min.

R,B: Richard Eichberg, B: Arthur Pohl, Hans Klaehr,

D: Kitty Jantzen, La Jana: Sitha, Frits van Dongen, Alexander Golling, Gustav Diessl, Hans Stüwe, Theo Lingen, Gisela Schlüter u.a.

Der Abenteuerplot um den deutschen Architekten, der in die Liebeswirren des Maharadschas von Eschnapur verwickelt wird, war Gegenstand mehrerer filmischer Neuauflagen. Basierend auf der Romanvorlage „Das Indische Grabmal“ von Thea von Harbou wurde der Stoff 1921 zuerst von Joe May, dann 1938 von Richard Eichberg und 1959 noch einmal von Fritz Lang, der wiederum 1921 schon am Drehbuch für die Erstverfilm­ung beteiligt war, aufgegriffen. Der Tiger von Eschnapur ist damit eine Art Gradmesser für die Verfasstheit des deutschen Films dreier verschiedener politischer Epochen. Die Bearbeitung aus dem Jahr 1938 ist einer der aufwendigst­en, teuersten und erfolgreich­sten deutschen Filme dieser Zeit. Eichberg drehte an Schauplätzen in Udaipur und Myasore in Indien und setzte beispielswe­ise das Menaka Ballett, eines der ambitionier­testen Projekte der indischen Tanzmoder- ne prominent in Szene. Produziert wurde der als Zweiteiler angelegte Film von Eichbergs eigener Firma, bevor die deutsche Filmwirtsch­aft in der Ufa-­Film GmbH vollständig zusammengef­ührt wurde. 1939, ein Jahr nach der Erstvorführ­ung seines Indienfilms, emigrierte Eichberg in die USA. Der Tiger von Eschnapur dokumentiert damit nicht nur den Umbruch der deutschen Filmlandsch­aft im Nationalsoz­ialismus, sondern er ist auch ein eindrücklic­her Beleg für den Einbruch eines realen Indiens in die deutsche Indienphant­asie.

Die Filmreihe zur Filmanalyse und Filmgeschic­hte wird begleitet durch das Seminar „Filmanalyse“ im Lehrprogramm der Bauhaus-­Universität Weimar (Dr. Simon Frisch). Im Anschluss an die Vorführung gibt es im Rahmen des Seminars Gelegenheit zum Gespräch mit Irfan Khan aus Kalkutta. Irfan Khan wird Materialien seines Archivs vorstellen. Das Khan-­Familienarc­hiv enthält den Nachlass von Indischen Künstlern, die 1937 in Eichbergs Produktion involviert waren und bringt damit die Perspektive der indischen Künstler auf den deutschen Film in den Blick.

Die Revision des „Tigers von Eschnapur“ ist Anlass für eine performative Aktivierung des Filmarchivs. Irfan Khan, einer der virtuosesten zeitgenössi­schen Interpreten klassischer indischer Musik aus Kalkutta wird in seinem Konzert im Lichthaus Kino einen persönlichen Bezug zu Richard Eichbergs Filmbildern herstellen. Irfan ist der Enkelsohn von Sakhawat Hussein Khan, einem der Musiker, die Eichbergs Kamera 1937 dokumentiert hatte. Sakhawat Khan leitete das Begleitense­mble des Menaka Balletts und gehörte zu den ersten Künstlern aus Indien, die in den 1930er Jahren ein breites Publikum in Europa fanden. Eichbergs Filmbilder sind damit auch Teil eines künstlerisc­hen Archivs in Indien, das Irfan Khan heute in Kalkutta verwahrt und kuratiert.

Auch Irfans eigene musikalische Arbeit ist in mehrfacher Hinsicht als kulturelle Gedächtnisa­rbeit zu verstehen. Sein Stil basiert auf einer langen Traditionsl­inie klassischer Musik in Indien, die er fortführt und aktualisiert. Zugleich erinnert er an eine Geschichte der künstlerisc­hen Moderne, die auch zwischen Indien und Deutschland geschrieben wurde.

Vor allem aber ist Irfan Khans Sarod-­Spiel ein einzigartig­es, gegenwärtiges Hörerlebnis, das für sich spricht.

Irfan Khans Konzert ist Teil einer Veranstaltu­ngsreihe des Menaka Archivs. Das Menaka Archiv sammelt Dokumente zu den Aufführungen des Indischen Balletts in Europa auf einer digitalen Forschungsp­lattform und rekonstruiert die Spuren der Indischen Tanzmoderne in Europa. www.menaka-­archive.org