Der Tiger von Eschnapur

Mo 18.11.-Mo 18.11., 14:00 [S3]

Deutschland­/Indien 1938, 94 Min.

R,B: Richard Eichberg, B: Arthur Pohl, Hans Klaehr,

D: Kitty Jantzen, La Jana: Sitha, Frits van Dongen, Alexander Golling, Gustav Diessl, Hans Stüwe, Theo Lingen, Gisela Schlüter u.a.

Der Abenteuerplot um den deutschen Architekten, der in die Liebeswirren des Maharadschas von Eschnapur verwickelt wird, war Gegenstand mehrerer filmischer Neuauflagen. Basierend auf der Romanvorlage „Das Indische Grabmal“ von Thea von Harbou wurde der Stoff 1921 zuerst von Joe May, dann 1938 von Richard Eichberg und 1959 noch einmal von Fritz Lang, der wiederum 1921 schon am Drehbuch für die Erstverfilm­ung beteiligt war, aufgegriffen. Der Tiger von Eschnapur ist damit eine Art Gradmesser für die Verfasstheit des deutschen Films dreier verschiedener politischer Epochen. Die Bearbeitung aus dem Jahr 1938 ist einer der aufwendigst­en, teuersten und erfolgreich­sten deutschen Filme dieser Zeit. Eichberg drehte an Schauplätzen in Udaipur und Myasore in Indien und setzte beispielswe­ise das Menaka Ballett, eines der ambitionier­testen Projekte der indischen Tanzmoder- ne prominent in Szene. Produziert wurde der als Zweiteiler angelegte Film von Eichbergs eigener Firma, bevor die deutsche Filmwirtsch­aft in der Ufa-­Film GmbH vollständig zusammengef­ührt wurde. 1939, ein Jahr nach der Erstvorführ­ung seines Indienfilms, emigrierte Eichberg in die USA. Der Tiger von Eschnapur dokumentiert damit nicht nur den Umbruch der deutschen Filmlandsch­aft im Nationalsoz­ialismus, sondern er ist auch ein eindrücklic­her Beleg für den Einbruch eines realen Indiens in die deutsche Indienphant­asie.

Die Filmreihe zur Filmanalyse und Filmgeschic­hte wird begleitet durch das Seminar „Filmanalyse“ im Lehrprogramm der Bauhaus-­Universität Weimar (Dr. Simon Frisch). Im Anschluss an die Vorführung gibt es im Rahmen des Seminars Gelegenheit zum Gespräch mit Irfan Khan aus Kalkutta. Irfan Khan wird Materialien seines Archivs vorstellen. Das Khan-­Familienarc­hiv enthält den Nachlass von Indischen Künstlern, die 1937 in Eichbergs Produktion involviert waren und bringt damit die Perspektive der indischen Künstler auf den deutschen Film in den Blick.

aktuell im Programm:

Sonntag, 12. 07. 2020
15:15Die Känguru ChronikenSaal 1
15:40UndineSaal 3
17:00Emma.Saal 1
17:30Helmut Newton - The bad an the beautifulSaal 3
19:15Eine grössere WeltSaal 1
19:30UndineSaal 3
Montag, 13. 07. 2020
17:00Die perfekte KandidatinSaal 1
17:30UndineSaal 3
19:15Eine grössere WeltSaal 1
19:30La Vérité - Leben und lügen lassenSaal 3
21:10Emma. (OmU)Saal 1
21:20UndineSaal 3
Dienstag, 14. 07. 2020
17:00Die perfekte KandidatinSaal 1
17:30UndineSaal 3
19:15Eine grössere WeltSaal 1
19:30La Vérité - Leben und lügen lassenSaal 3
21:10Emma. (OmU)Saal 1
21:20UndineSaal 3
Mittwoch, 15. 07. 2020
17:00Die perfekte KandidatinSaal 1
17:30UndineSaal 3
19:15Eine grössere WeltSaal 1
19:30La Vérité - Leben und lügen lassenSaal 3
21:10Emma. (OmU)Saal 1
21:20UndineSaal 3

demnächst:

Kino!!!

Wir sind zurück!

Zwar mit ein paar kleinen Abstrichen, aber einem trotzdem vollen und abwechslung­sreichen Programm.

Wie gewohnt lässt sich das aktuelle druckfrische Programm ab Mittwoch in allen bekannten Stellen in der Weimarer Innenstadt ergattern, oder - ebenfalls wie gewohnt - links von diesem Text (Deckblatt Programm) als .pdf herunterlad­en.

Wir wünschen gute Unterhaltung!