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... zu guter Letzt!

Das Phantom der Oper

Fr 4.9.-Fr 4.9., 19:00 Vorschau

04.09.26 Stummfilmko­nzert im Maurice Halbwachs Auditorium

USA 1925/29 | REGIE Rupert Julian, Edward Sedgwick, Lon Chaney | DREHBUCH Elliot J. Clawson, Raymond L. Schrock, Frank M. McCormack, nach dem Roman von Gaston Leroux | KAMERA Milton Bridenbecker, Virgil Miller, Charles Van Enger | MIT Lon Chaney, Mary Philbin, Norman Kerry, Arthur Edmund Carewe, Snitz Edwards | ARCHIV FPA Classics | FORMAT digital, viragiert & Farbe | englische Zwischentitel mit deutschen Untertiteln | 95 Minuten | Empfohlen ab 14 Jahren

Lon Chaney brilliert in einer seiner eindrucksvo­llsten Darstellungen in einer der bemerkenswe­rtesten Masken der Filmgeschic­hte. Der dynamisch und unterhaltsam inszenierte Stummfilm wartet neben gelungen Schauereffe­kten mit frühen Farbaufnahmen auf und benutzt effektvolle Handkolorie­rungen für besonders elegante Effekte. Der Film war so erfolgreich, dass er 1929 erneut in die Kinos gebracht wurde, mit Ton und neu gedrehten Szenen versehen. Heute gilt dieser frühe Horrorfilm als Meilenstein der Stummfilmku­nst. Genau vor 100 Jahren flimmerte er über Weimars Leinwände und wurde in der Werbung überschwäng­lich gepriesen mit den Worten: „Der Film, der von der Weltpresse einmütig als eines der größten Meisterwerke der Internation­alen Produktion bezeichnet wird. (…) Es ist eine Tat, eine grandiose Schöpfung“. (Allgemeine Thüringische Allgemeine Thüringische Landeszeitung Deutschland, Weimar, 14.01.1926).

Unter der prunkvollen Pariser Oper liegt ein Labyrinth unheimlicher Katakomben, in denen ein Phantom haust, dass gelegentlich in der Oper selbst sein Unwesen treibt. Es liebt und begehrt die Sängerin Christine. Durch Erpressung und gezielte Attentate bringt es die Direktion dazu, Christine die Hauptrollen in Gounods »Faust« singen zu lassen. Schließlich entführt das geheimnisvoll maskierte Phantom seine Geliebte und offenbart sein grausiges Antlitz. Christines Liebhaber Raoul nimmt die Verfolgung in die Unterwelt auf und gerät von einer sadistischen Falle in die nächste.

Die mitreißende Filmmusik schuf der kanadische Komponist Gabriel Thibaudeau 1990 für kleines Orchester, Orgel, Synthesizer und Sopran. Zitate aus Gounods »Faust«-­Oper kommen ebenso zu gehör, wie schaurig-­schöne Gruselklänge. Dirigent Burkhard Götze, Preisträger des Deutschen Stummfilmpr­eises 2021, gehört zu den Experten der frühen Filmmusik, dirigierte namhafte Orchester wie das Staatsorche­ster Braunschweig, das Kyiv Symphony Orchestra und das Deutsche Filmorchester Babelsberg, leitete zahlreiche Uraufführun­gen (u.a. die Stummfilmko­nzerte im Rahmen vom Kunstfest 2020 und 2021) und ist in zahlreichen Genres zuhause. 2017 gründete er mit dem Metropolis Orchester Berlin das erste echte Kinoorchester auf europäischen Boden seit der Stummfilmze­it.